Wir sammeln derzeit neue Ideen für das Schuljahr 26/27! Falls euch was einfällt, immer her damit!
Die neuen Fünftklässler sind auch mit an Bord.
Schubart-Gymnasium Aalen | Partnerschule für Europa | Rombacherstr. 30 | 73430 Aalen
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Bestimmt hat jeder von euch schon mal diese auffälligen Pflastersteine gesehen: glänzende Oberfläche mit eingravierter Schrift. Diese Steine sind an einigen Stellen in der Stadt im Boden eingelassen. Doch was ist das?
Ella L. (9b) hat im Rahmen ihrer GFS im Fach Geschichte bei Frau Heilani das Thema Stolpersteine behandelt. Nach ihrer GFS hat Ella die Klasse zu dem Stolperstein von Norbert Tugendhat geführt, einem ehemaligen Schüler des SGs. Dort wurde der Stein poliert und eine Gedenkminute eingelegt.
Das sind Stolpersteine, Erinnerungsdenkmäler an Ermordete von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Jeder Stein ist einem Opfer gewidmet. Darauf stehen Informationen über ihr Leben: der Name, das Geburtsdatum, das Inhaftierungsdatum und manchmal auch der Grund, der Inhaftierungsort und das Sterbedatum. Diese Steine werden von Gunter Demnig und seinem neunköpfigen Team hergestellt, um gegen das Vergessen der Ermordeten zu arbeiten. Denn im Zweiten Weltkrieg wurden so viele Menschen umgebracht, dass man in den meisten Fällen gar nicht mehr weiß, wer diese Menschen alle waren. Demnig hat in einem Interview mal gesagt, dass Menschen erst vergessen sind, wenn man ihren Namen vergessen hat. So treffen jedes Jahr hunderte Geschichten von Opfern in Demnigs Werkstatt ein, mit der Bitte, ihnen einen Stein zu widmen. Die Herstellung eines solchen Steins dauert mehrere Monate, da jeder Stein handgearbeitet ist. Auch das hat einen Grund: Man möchte mit der Handarbeit der fast schon maschinellen Tötung der Juden in den Konzentrationslagern entgegenwirken.
Der erste Stein wurde 1992 in Köln verlegt. Er sah noch nicht so aus, wie wir die aktuellen Steine kennen. Denn auf ihm wurde der Befehl eingraviert, dass alle Menschen, die anders waren, als die nationalsozialistische Ideologie es vorsah, effizient umgebracht werden sollten. Mit diesem Stein wurde der Anfang für weitere 100.000 Stolpersteine gesetzt. Zum Beispiel enthält der 50.000. Stein die Lebensdaten von Eleonora Levi aus Italien. Sie war Jüdin und wurde in Auschwitz, dem größten Vernichtungslager der Nazis, 1944 getötet.
Auch in Aalen gibt es Stolpersteine. In Aalen und Umgebung sind es 7, für alle Jüdinnen und Juden bzw. deren Familien, die zu der Zeit in Aalen gewohnt haben. In Aalens Innenstadt findet man die Familien Heilbronn und Pappenheimer und den Stein von Johannes Schneider. Fanny Kahn hat zusätzlich noch einen eigenen Weg, der nach ihr benannt worden ist. An unserer Schule könnt ihr auch einen Stolperstein finden: An der Bushaltestelle bei uns am SG habt ihr den Stolperstein von Norbert Tugendhat sicher schon entdeckt. Seine Geschichte möchte ich euch erzählen.
Er wurde am 10.11.1896 in Großeislingen geboren. Er ging bis 1914 aufs SG, weshalb der Stein auch hier liegt. Danach musste er in den Ersten Weltkrieg ziehen, wo er eine schwere Kopfverletzung erlitt. Danach heiratete er Anna Löw in Hamburg. Gemeinsam flohen sie nach Paris, um den Nationalsozialisten in Deutschland zu entkommen. Doch auch Frankreich wurde von den Nazis besetzt und so wurden die beiden im Jahr 1939 im Sammellager „Drancy“ inhaftiert. 1944 wurde Norbert nach Auschwitz deportiert. Hier wurde er als „arbeitsfähig“ eingeteilt. So kam er erst in das Arbeitslager KZ Stutthof und danach ins Arbeitslager Hailfingen. Hier musste er mit vielen weiteren Häftlingen schwere körperliche Arbeit verrichten. Die Häftlinge wurden stark misshandelt, geschlagen oder gefoltert. Unter diesen schrecklichen Bedingungen hielt Norbert Tugendhat es nicht lange aus und ist am 2.12.1944 zusammengebrochen und daraufhin erschossen worden. Seine Familie wusste lange nichts von seiner Deportation und auch von seiner Ermordung. Erst 2014 haben sich entfernte Verwandte auf die Suche nach Norberts Spuren gemacht. Daraufhin bekam er einen Stolperstein hier an seiner ehemaligen Schule.
Jetzt wisst ihr viel über Stolpersteine und die Menschen dahinter. Ich fasse es noch mal zusammen: Die Stolpersteine beinhalten den Namen und wichtige Informationen aus dem Leben der getöteten Person. So wirken die Steine gegen das Vergessen der Personen. Außerdem werden so die nächsten Generationen an die Massentötungen des Zweiten Weltkriegs erinnert. Zusätzlich zeigen die Steine, wo die Menschen gelebt haben, da die Stolpersteine meistens vor ihren Wohnorten oder an wichtigen Plätzen ihres Lebens liegen. Dadurch wird verdeutlicht, dass diese Menschen genauso gelebt haben wie wir, in den gleichen Häusern, wo wir heutzutage leben, und sie nicht anders waren. Und das für mich Wichtigste ist, dass uns die Steine, wenn wir die Straße hinauflaufen, an die Opfer erinnern. Wir werden in unserem Alltag angeregt, über die Opfer nachzudenken, und man fängt an, sich das Leben früher vorzustellen. So wird man unverschont damit konfrontiert.
Auch wir können etwas gegen das Vergessen tun. Es gibt Stolperstein-Apps, mit denen man sich über die Menschen, an die der Stein gedenkt, informieren kann. Oder man kann die Steine putzen und sauber halten, damit man aufmerksam auf den Stein wird.
Das Putzen geht ganz einfach:


Falls ihr euch noch weiter zum Thema Stolpersteine informieren möchtet:
Ella L. 9b
Am 5. Mai 2026 besuchte die gesamte Klassenstufe 9 die KZ-Gedenkstätte Dachau. Ziel dieser Exkursion war es, mehr über die Zeit des Nationalsozialismus zu lernen und die Geschichte an einem echten Ort zu erleben. Am Anfang bekamen die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Einblick in die Entstehung des Lagers, welches schon 1933 gebaut wurde und eines der ersten Konzentrationslager war. Danach folgte ein Rundgang über das Gelände.
Besonders eindrucksvoll waren die Baracken, in denen die Häftlinge lebten. Dort konnte man sehen, wie wenig Platz sie hatten und unter welchen grausamen Bedingungen sie gezwungen wurden zu leben. Auch der Appellplatz blieb vielen im Kopf, da die Häftlinge dort oft mehrere Stunden stehen mussten, egal bei welchem Wetter, sodass manche auch erfroren sind. Ein weiterer interessanter Bestandteil war der Besuch des Krematoriums auf dem Gelände. Dort konnte man deutlich sehen, wie schlimm die Verbrechen der Nationalsozialisten waren und wie viele Menschen alleine in Dachau verstorben sind.
Der Besuch der Gedenkstätte Dachau hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Für viele war es eine emotionale Erfahrung, die man so schnell nicht vergisst. Im Anschluss arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Gruppen weiter, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten beschäftigten. Im Folgenden wird eine dieser Gruppen näher vorgestellt:
Die Ethikgruppe bekam eine Sonderführung mit dem Schwerpunkt Häftlingsschicksale. An vielen Stellen konnte unser Guide uns über verschiedenste Schicksale berichten. Er hat mit seinen Geschichten den 17 Millionen Opfern ein Gesicht gegeben, sie näher an uns herangebracht und uns emotional miteinbezogen. Ich persönlich denke, dass dies extrem wichtig ist, um sich klarzumachen, was genau in solchen Konzentrationslagern geschehen ist. Daher möchte ich gerne ein solches Schicksal teilen.
Die für mich sehr bewegende Geschichte war die von Jurij Piskunov. Er wurde 1925 in der Ukraine geboren und war ein überzeugter Kommunist. 1943, mit nur 18 Jahren, wurde er mit vier seiner Arbeitskollegen wegen „Sabotage an deutschen Eisenbahnzügen“ verhaftet und schon im Gefängnis schwer misshandelt. Und sein Zustand sollte sich auch in Dachau nicht verbessern. Als er eines Tages bei schweren körperlichen Aufräumarbeiten eine Zeitung fand und diese versuchte ins KZ zu schmuggeln, wurde er erwischt und als Strafe für zehn Tage in eine sogenannte Stehzelle gesperrt. Diese bestand aus einer 70 cm mal 70 cm großen Fläche, auf der er sich weder hinsetzen, geschweige denn hinlegen konnte. Die Gefangenen waren teilweise für 72 Stunden oder noch länger in diesen Zellen, in denen Licht- und Luftmangel herrschten. Um ihn noch mehr zu demütigen, zwangen ihn die SS-Offiziere, um sich sein Essen zu „verdienen“, auf allen Vieren zwischen ihnen durchzulaufen und währenddessen laut zu bellen oder wie ein Schwein zu grunzen. Dabei musste er sich als „räudiges russisches Schwein“ beleidigen lassen. Und als wäre das nicht genug, wurde er dann noch mit einer Peitsche geschlagen. Seine Qual war so groß, dass er dabei hoffte, dass Gott „seine Seele zu sich nähme und sie von diesen Qualen erlöse“.
Nach seiner Zeit in Dachau engagierte sich Jurij in der ukrainischen Organisation für antifaschistischen Widerstand und trat auch dem Comité International de Dachau bei. Doch auch nach vielen Jahren seiner Haft in Dachau ließen ihn die Erfahrungen nicht los und beschäftigten ihn tagein, tagaus. Er betrat auch nie wieder den Bunker, das Gebäude der Stehzellen, weil die Erinnerungen zu schmerzhaft und traumatisierend waren.
Sein Schicksal hat mir einfach gezeigt, wie grauenhaft die Nationalsozialisten waren. Sie haben die Menschen misshandelt, ihnen ihre Identität weggenommen und sie zu Nummern entmenschlicht. Immer schlimmer musste es sein. Und selbst nach ihrem Tod bekamen die Leichen keine Ruhe, sondern wurden massenweise in den Krematorien verbrannt, anstatt ihnen wenigstens am Ende etwas Würde zu gewähren.
Für mich ist es unverständlich, wie so etwas geschehen konnte. Eins ist mir klar: dass so was nie mehr passieren darf und wir uns alle dafür einsetzen sollten. Oder wie Max Mannheimer, ebenfalls ein Häftling aus Dachau, gesagt hat: „Ihr seid nicht für das verantwortlich, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“
verfasst von Diana Schneemann (9b) und Maximilian Wiegand (9a)
Hier geht es zu weiteren poetischen Texten, die im Zuge der Reflexion über den Gedenkstättenbesuch verfasst wurden:
Wie fühlt es sich an, ein stummer Zeuge der Geschichte zu sein? Im Geschichtsunterricht bei Frau Heilani ließ die Klasse 9b nach ihrem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau die Objekte vor Ort selbst zu Wort kommen. In inneren Monologen schlüpften sie in die Rolle von Exponaten: Was hat das Tor gesehen? Was „denken“ die Mauern über die Besucher von heute? Entstanden sind bewegende Texte, die aufrütteln.
Seit vielen Jahren stehe ich schon hier und ich kann sagen:
Im Moment sind es nicht die schlimmsten Jahre.
Trotzdem gehen viele Menschen durch mich hindurch,
manche zwar bedrückt oder traurig,
aber nie in wirklicher Gefahr.
Aber das war nicht immer so,
denn ich bin das Tor des Konzentrationslagers in Dachau.
Auf mir prangt in großen Lettern „Arbeit macht frei“ –
was ein Sarkasmus, denn hier war niemand wirklich frei.
Nicht die Wachleute und auch kein Häftling,
nicht die Maus und auch kein Sperling.
Ich sah die einst glücklichen Menschen kommen in Scharen,
die ab ihrem Eintritt doch so gut wie tot waren.
Jeden Tag kamen mehr und mehr,
doch nach mir gab es keine Hoffnung mehr.
Denn ich war das Tor zum grausamen Tod,
Veilchen sind blau und Blut ist rot.
Ich sah viele Menschen sterben,
sah von zerbrochenen Dingen die Scherben.
Nicht viele gingen zweimal durch mich,
doch die, die es taten, waren auch nicht glücklich.
Denn ich war das Tor zum grausamen Tod, Veilchen sind blau und Blut ist rot.
Doch dann kam der Tag, sie wurden befreit,
kaum jemand kam zurück, der Weg war zu weit. Viele Jahre stand ich nur so herum,
alles war still und auch ich stand stumm.
Heute bin ich der Eingang zu einem Ort des Gedenkens,
sehe kein Leid mehr und trotzdem Tränen.
Doch einst war ich das Tor zum grausamen Tod,
denn Veilchen sind blau und Blut ist rot.
verfasst von Carla Weber (9b)
Wie fühlt es sich an, ein stummer Zeuge der Geschichte zu sein? Im Geschichtsunterricht bei Frau Heilani ließ die Klasse 9b nach ihrem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau die Objekte vor Ort selbst zu Wort kommen. In inneren Monologen schlüpften sie in die Rolle von Exponaten: Was hat der Stacheldrahtzaun gesehen? Was „denken“ die Mauern über die Besucher von heute? Entstanden sind bewegende Texte, die aufrütteln.
Ich sperre tausende Menschen ein. Täglich wünschen sich die Häftlinge, aus dem Lager zu entfliehen, aber ich umzäune sie. Ich, der Zaun, gehöre zu dem großen „Schutzwall“, den die Nazis errichtet haben, damit niemand ausbrechen kann. Erst ein breiter Grünstreifen, dann ein Hochspannungszaun und dann ein mehrere Meter hoher Stacheldrahtzaun, dahinter ein weiterer Grünstreifen und ein kleiner Fluss. Zusätzlich noch nachts der freie Schießbefehl, um jeden, der diese „Schutzzone“ übertritt, abzuschießen. Der einzige Ausweg: Das große Tor mit der Inschrift „Arbeit macht frei“, was nur dazu da ist, um den Häftlingen vorzumachen, dass sie hier noch lebend rauskommen. Diese Hoffnung haben sie aber schon ziemlich sicher verloren.
Jeden Morgen schleppen sich die dünnen Skelette auf den Appellplatz und stehen dort bis zum Umfallen, bei jedem Wetter. Danach werden sie durch das große Tor gezwungen, um „arbeiten“ zu gehen. Wenn sie Stunden später zurückkommen, sind es immer weniger als vorher und viele sehen schlimm zugerichtet aus. Abends gibt es wieder ein langes Appellstehen, oft schlimmer als morgens. Stundenlang stehen die Häftlinge bei Wind und Wetter, manchmal bis zum Morgengrauen, nur um dann wieder Appell stehen zu müssen. Es gibt einige Abgänge, so werden die Toten genannt. Sie werden akribisch gezählt und jeder Mensch – wenn man sie so noch nennen kann – wird mit einer Nummer aufgerufen, menschenverachtend und entwürdigend!
Aus dem Bunker höre ich die schlimmsten Rufe. Hier werden die Häftlinge geschlagen und gefoltert, bis sie ihre Geheimnisse erzählen. Manchmal werden sie zum Stehen verurteilt, tagelang und in völliger Dunkelheit. Essen gibt es nur alle paar Tage. Die Nazis nennen das Sonderhaft, ich finde, das ist der Todesbefehl. Wenn der Wind ungünstig steht, zieht der dunkle und stinkende Rauch des Krematoriums über mich und das Lager hinweg. Dort werden die Toten verbrannt und auch im Tod wird mit ihnen noch umgegangen wie mit schimmeligen Gegenständen, etwas, was keiner haben will. Ich verstehe das nicht, das sind doch Menschen. Sie haben ein genauso gutes Leben verdient wie alle anderen. Nur weil es den Nazis nicht in den Kram ihrer Ideologie passt. Die Vernichtung soll möglichst effizient funktionieren oder man soll den Willen der Menschen brechen, so wie ihre Knochen unter den Schlägen zerbrechen. Das funktioniert hier gut. Täglich sehe ich Häftlinge, die aus lauter Verzweiflung in den Hochspannungszaun springen. Für mich ist das jedes Mal ein Schreck. Ich weiß nicht, ob es für die Häftlinge auch ein Schreck ist oder schon Alltag. Sie haben schon so schlimme Dinge gesehen. Hier ist ein Ort des Grauens, die Hölle auf Erden.
Damit die Häftlinge irgendwas haben, damit sie gegen den ganzen Wahnsinn nicht sofort Widerstand leisten, dürfen sie ab und zu Fußball spielen. Das gibt ihnen ein klitzekleines Stück Normalität wieder und ich glaube, es ist für sie auch wichtig, im Team zu spielen. Was in den Baracken passiert, weiß ich nicht, ich kann es mir aber denken. Oft, jedes Mal wenn es den Nazis nicht passt, werfen sie ihre Sachen aus den Baracken in den Dreck davor und sie müssen sie wieder einräumen. Wenn es dann immer noch nicht passt, dann gibt es für alle Strafen. So wie es für alles Strafen gibt. In die kleinen Baracken quetschen sich bis zu 200 Häftlinge dicht an dicht. Ich glaube nicht, dass sie schlafen können, so wie sie morgens früh aussehen.
Irgendwann, nach gefühlt unendlich langer Zeit – eigentlich waren es „nur“ etwas länger als 6 Jahre – wird das Lager befreit. Was die Alliierten hier vorreffen, kann man sich nicht vorstellen. Die Todeskammern sind überfüllt mit tausenden Leichen. Die Männer in diesem Lager sind gebrochen und verzweifelnd.
Jetzt, einige Jahrzehnte nach dem schrecklichen Ereignis, was Holocaust genannt wird, kommen Besucher ins Lager. Viele würdigen den Ort und gedenken. Manche verhalten sich jedoch – das glaubt man kaum, man muss diesen Ort doch ernst nehmen! Teile von mir wurden abgerissen, eine Brücke direkt zum Krematorium gebaut. Das Lager wurde abgerissen und dann wieder nachgebaut. Vor mir bleiben immer wieder Menschengruppen stehen und gucken sich diesen „Schutzwall“ an und verstehen diesen Ort einfach nicht. Ich könnte das auch nicht, hätte ich nicht bei all dem schon hier gestanden und müsste das alles mit ansehen. Auf dem Appellplatz steht ein Denkmal, es heißt „Menschen im Zaun“. Es muss den „Alltag“ der Gefangenen wohl doch bewegt haben, dass sie die Menschen, die sich das Leben genommen haben und in den Zaun gesprungen sind, nochmal haben erbauen lassen und hier aufgestellt haben. Zumindest wird dieses Denkmal mit Schrecken gewürdigt. Es drückt gut aus, was damals geschehen ist und was keiner nochmal geschehen lassen möchte. Vor allem wenn jemand, so wie ich, alles gesehen und miterlebt hat. Das will keiner, nicht mal ein einfacher Zaun, der zum Mordinstrument der Verzweiflung wurde.
verfasst von Ella L. (9b)
Vom Papier auf die Bühne – und direkt vor die Linse! Unter der Leitung von Frau Heilani hat die Klasse 9b im Fach Deutsch das berühmte Gedicht „Sachliche Romanze“ körperlich spürbar gemacht. In einer beeindruckenden Serie von Standbildern erwacht die Geschichte einer verblassten Liebe zum Leben.
Schaut euch die Präsentation an und lasst euch von der Ausdruckskraft dieser Fotos begeistern! Ein großes Dankeschön für das Bildmaterial geht an Merle Bieling, Emma Fichtl, Anna Gersonde und Ella Lenz.
Erich Kästner
Sachliche Romanze (1929)
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
Am 10. und 11. Februar 2026 fanden die alljährlichen Grundschulinfotage am SG statt. Insgesamt 174 Kinder kamen mit ihren Eltern und Geschwistern, um sich unsere Schule anzuschauen. Zuerst fand für alle eine kurze Infoveranstaltung von Schulleiterin Frau Dittmann statt, danach gingen Kinder und Eltern in getrennten Gruppen, von Lehrerinnen und Lehrern geführt, los, um an verschiedenen Stationen das SG besser kennenzulernen. Interessierte Kinder konnten Drohnen fliegen, Flugzeugmodelle bauen, das SG Technikum besichtigen, Lego-Roboter durch einen Parcours leiten, in verschiedenen Sprachen fremdländische Delikatessen bestellen, gemeinsam Musik machen, Rätsel am IPad lösen, sich über den bilingualen Zug informieren und bei Schnattergans an einer Umfrage teilnehmen. Hier sind die Ergebnisse dieser Umfrage: