Vom Papier auf die Bühne – und direkt vor die Linse! Unter der Leitung von Frau Heilani hat die Klasse 9b im Fach Deutsch das berühmte Gedicht „Sachliche Romanze“ körperlich spürbar gemacht. In einer beeindruckenden Serie von Standbildern erwacht die Geschichte einer verblassten Liebe zum Leben.
Schaut euch die Präsentation an und lasst euch von der Ausdruckskraft dieser Fotos begeistern! Ein großes Dankeschön für das Bildmaterial geht an Merle Bieling, Emma Fichtl, Anna Gersonde und Ella Lenz.
Erich Kästner
Sachliche Romanze (1929)
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.



